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Opco12 (statistischer) Rückblick und Einordnung LA

Wie waren die Blogaktivitäten bzgl. der Themen des Horizon-Reports verteilt?

Lässt man die Blogposts (nur bezogen auf Themen des Horizon-Reports) nach Anzahl absteigend sortieren, ergibt sich folgendes Bild:

Thema Anzahl Blogposts in Prozent
1. Mobile apps

54

28%

2. Tablets

37

19%

3. Game-based learning

36

19%

4. Learning analytics

31

16%

5. Gesture based computing

25

13%

6. Internet of things

10

5%

Diese Sortierung entspricht (zufällig?) genau dem thematischen / zeitlichen Ablauf von Opco12.

Wie viel Teilnehmer nahmen an den Livesessions teil?

Schaut man sich die Anzahl der TN der Livesessions (ca. 5 Minuten nach Beginn) an und lässt ebenfalls absteigend sortieren, ergibt sich ein ähnliches Bild:

 Thema TN Livesession
1. Tablets

167

2. Mobile apps

154

3. Game-based learning

112

4. Learning analytics

88

5. Gesture based computing

65

6. Internet of things

45

Mobile Apps werden vom Thema Tablet Computing verdrängt – die sonstige Rangfolge bleibt gleich.

Können diese Zahlen etwas über das Maß des generellen Interesses an den genannten Themen aussagen? Sicherlich haben die TN-Zahlen an den Livesessions auch etwas mit dem Termin zu tun, an dem sie angeboten wurden. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob es Zahlen über das Aufrufen der Aufzeichnungen gibt und ob sich die gleichen Tendenzen zeigen.

Ursprünglich waren die ersten drei Themen auch für mich die Themen, in denen ich den größten Bezug zu meinem Arbeisumfeld Schule und Lehrerfortbildung gesehen habe und die mich fast ausschließlich interessierten. Auf sie wollte ich meinen Arbeitsschwerpunkt in Opco12 legen. Das Thema Learning Analytics, führt  „nur“ die untere Hälfte der Themen an und ich habe mich ursprünglich auch nicht besonders dafür interessiert. Im Verlauf fand ich es dann doch so spannend, auch durch die kontroverse Diskussion, dass ich hierauf einen weiteren Arbeitsschwerpunkt gelegt habe.

Wann könnte aus meiner subjektiven Sicht in den Schulen und ggf. in der Lehrerfortbildung das eine oder andere realisiert werden?

Einzug in Schulen
1. Gesture based computing fast sofort 😉
1. Tablets 1 bis 3 Jahre
1. Mobile apps 1 bis 3 Jahre
4. Game-based learning 3 bis 5 Jahre
5. Learning analytics mehr als 5 Jahre
6. Internet of things mehr als 5 Jahre

Aus meiner Sicht werden sich Learning Analytics durchaus im Schulbereich etablieren können. Lehrer kontrollieren gerne 😉 und dies wäre ein entsprechendes Instrument, so das Verfahren auch auf komplexere Themen Anwendung finden könnte. Bei allem Vorbehalt gegenüber LA: Positiv gesehen könnte damit aber auch die derzeit viel diskutierte individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern besser realisiert werden.

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My Internet of Things ;-)

ChocoTab

Montag, 1. April 2029: ich betrete gerade meine Schule. Mein Kommen wird natürlich sofort von Sensoren erfasst und an diverse (Kontroll-) Systeme weitergeleitet.

Der erste Gang führt mich, wie in den letzten 40 Jahren, zum (ehemaligen) Serverraum, der nur noch als Verwaltungszentrale aller elektronisch gestützten Anwendungen verwendet wird. Der Server ist schon seit vielen Jahren in der Cloud „verschwunden“. Aber in diesem Raum befindet sich die Teemaschine, die exakt den Tee gekocht hat, als ich an der letzten Ampel vor der Schule stand. 3 Minuten später, als ich gerade den Raum betrete, wird der Teebeutel von meinem persönlichen Robby  aus der Tasse gezogen und 2 Haferflockenkekse auf den kleinen Teller daneben gelegt – keine Butterkekse, wie die letzten Tage. Das hatte Robby bereits aus meiner heutigen mentalen Verfassung – kurz nach dem Aufstehen  – analysieren können. Er trifft übrigens immer genau meinen wechselnden Geschmack.

Aber nun ruft die Arbeit. Zum Glück krümeln die Kekse nicht mehr in die Tastatur – es gibt nur noch tablet-ähnliche Geräte, die allen (= Schülern, Lehrern und sonstigen Bediensteten der Schule) kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Sie haben ungefähr die Größe einer Tafel Schokolade und werden deshalb liebevoll ChocoTabs genannt. Früher waren sie auch braun wie Schokolade. Aber ich habe mich schon sehr früh für ein blaues ChocoTab entschieden. Ein bisschen Individualität muss schließlich auch noch sein.

Nun fängt meine Arbeit wirklich an. Waren es früher Serverausfälle, Viren, PC.-Abstürze, nicht funktionierendes Internet bzw. funktionslose Drucker, die mich auf Trapp hielten, sind es nun die Energieprobleme, die diese ChocoTabs noch immer haben. Manchmal gibt es auch noch Fälle von Manipulation. Da dies strengstens bestraft wird, haben wir jährlich maximal zwei Fälle.

Auf der Fahrt zur Schule ist in den unteren Bereich der Winschutzscheibe von meinem ChocoTab  bereits eingeblendet worden, dass es heute wieder 23 CocoTabs sein werden, die gleich zu Beginn des Tages eine neue Energy bekommen müssen. Alles kein Problem mehr! Die Besitzer sind schon längst informiert. Sie werden ihre ChocoTabs gleich beim Betreten der Schule abgeben. Dafür stehen zwei Energy-Robbys zur Verfügung, die die ChocoTabs, sofort reparieren und auf die Arbeitsplätze der Besitzer legen werden, noch bevor diese dort angekommen sind. Durch die Synchronisation der Chips von ChocoTab  und Besitzer ist es problemlos möglich, eine Verknüpfung mit Personenortung und dem Stundenplan herzustellen. Nur ganz selten erreicht mich noch ein Hilferuf eines Energy-Robbis, der den Besitzer  bzw. dessen aktuellen Arbeisplatz nicht finden kann. Dieser Fall tritt immer nur dann ein, wenn sich der Besitzer in einem der ganz wenigen winzigen Funklocher über längere Zeit aufhält. Aber eigentlich ist dies strengstens verborten. Manchmal treffe ich aber auch nochauf herumirrende Schüler und Kollegen, deren ChocoTab kurzfristig ausgefallen ist und die ohne ihr ChocoTab einfach nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Auch das ist kein Problem. Binnen Sekunden kann ein Ersatz beschafft und mit den notwendigen Daten versehen werden und jeder weiß wieder, was er tun soll.

Es geht weiter mit ein paar Routinearbeiten. Generell müssen die Aktivitäten der Robbis überprüft werden, eingebaute Teile, die direkt vom Hersteller kamen, online gegengezeichnet werde. Dies ist seit einigen Jahren notwendig geworden, nachdem gewiefte Hacker Zahlungen für die eingebauten Teile manipuliert hatten.

Kurz noch eine Lern-App optimiert, zu der es in den letzten Tagen Problemmeldungen gab. Normaler Weise könnten dies inzwischen die Lerner auch selbst machen, aber die Technologie ist schon lange veraltet und es mag sich niemand mehr so richtig damit befassen. Aber schließlich kann ich das noch.

Schnell noch einen Tee getrunken – dieses Mal  Pfefferminztee – natürlich auch von Robbi zubereitet, und dann ab in den Unterricht.

Naja, der Weg in die Unterrichtsräume ist etwas beschwerlich geworden. Das liegt nicht an der schweren Schultasche wie früher  – nein, so etwas brauche ich ja nicht mehr. Schließlich habe ich meinen ChocoTab, mit dem ich alles machen kann. Aber ich stehe immerhin kurz vor meinem 75. Geburtstag und arbeite noch in der Schule. Leider nicht ganz freiwillig. Als die Umstellung auf die persönliche Chipimplantate kam, gab es vorher anonyme (haha!) Umfragen, in denen die persönliche Einstellung zu Datenschutzfragen ermittelt wurde. Wer zu große Einwände und Bedenken gegen die kommende allgegenwärtige Überwachung hatte, bekam einen speziellen Chip auf Grundlage des sogenannten Krömker-Tests. Mit 0 bis 2 Punkten bekam man das Zertifikat „unbedenklich“, aber mit meinen 9,5 Punkten war ich fast an der Obergrenze von 10 und somit „höchst bedenklich“.

Natürlich wurde ich sofort als Problemfall erkannt mit folgenschweren Konsequenzen: Meine Lebensarbeitszeit wurde auf dem Chip auf „unbegrenzt“ gesetzt. Die tägliche Arbeitszeit auf 10 Std. festgelegt. Wenn dies im Schnitt von 3 Tagen nicht erreicht wird, öffnen sich für mich die Ausgangsschleusen der Schule nicht mehr. Zudem werden mir sämtliche sozialen Kontakte gestrichen. Wenn ich dann immer noch zu wenig arbeite, wird 2 Tage später mein komplettes Finanzsystem lahmgelegt, so dass ich noch nicht einmal mehr etwas kaufen kann. Bei solchen Konsequenzen arbeitet man dann doch ganz gerne wieder.

Positiv ist, dass mein Healthcare-Status als Premium eingestuft wurde – die höchste Klasse. Man tut wirklich alles für mich, damit meine Arbeitskraft erhalten bleibt. Meine Vitalwerte werden ständig kontrolliert und in die Krankenhauscloud eingespeist. Sollte ich ernstlich krank werden, weiß dies das Krankenhaus schon Tage vorher und hat mir ein Einzelzimmer vorbereitet und den Krankenwagen reserviert. Sollte sich der Transport ins Krankenhaus trotzdem verzögern, bringt mich Robbi bestimmt sofort dort hin. Ich vertraue auf die Technik!

Aus die Maus – die Gesten sind schon da oder kommen bald

Aus für Maus und Co.Der Horizonreport geht davon aus, dass gestenbasiertes Lernen erst in 3 bis 5 Jahren in die Hochschulen kommen wird. Irgendwie kann ich das so nicht nachvollziehen. Meiner Meinung sind gestenbasierte Anwendungen doch schon in Bildungsprozessen angekommen. Wer sein Iphone oder Ipad auch für Lernzwecke verwendet, nutzt bereits bestimmte Bewegungen zur Steuerung. Auch das Umblättern der Seiten eines E-books ist gestenbasiert. Die klassische Tastatur und Maus sind zumindest teilweise schon heute überflüssig und werden durch Gesten ersetzt.

An meiner Schule wurden in jüngster Vergangenheit All-in-one-PCs mit Touchscreen und Beamer für alle Klassenzimmer unseres Neubaus angeschafft. Hintergrund war die Überlegung, dass ein Smartboard zwar „ganz nett“ ist, aber, um es zu bedienen, muss sich derjenige, der es benutzt, umdrehen – genau wie bei einer herkömmlichen Tafel. Dabei geht der für Lernprozessse wichtige Blickkontakt verloren. Im Moment sind wir noch auf der Suche, nach weiterer Software, mit der die Touchscreen-Funktion in Kombination mit dem Beamer noch besser genutzt werden könnte.

Dank des Artikels von Torsten Maier Gestensteuerung wo man hinsieht, bin ich noch auf eine weitere Idee gekommen, wie wir eine weitere gestenbasiert Anwendung in den Unterricht integrieren könnten. Mit Hilfe des Celluon Magic Cube könnte jeder beliebige Schüler Zugriff auf den mit dem Beamer verbundenen PC bekommen und könnte an „seinem“ Platz sitzen bleiben. Es muss dann lediglich die kleine Box weitergereicht werden. Dies ist sicherlich kein Einsatzszenario für eine längere Präsentation, aber für einen kürzere Demonstration / Information innerhalb von Gruppenarbeiten kann ich mir dies gut vorstellen. Jedenfalls werde ich mir privat demnächst ein solches Teilchen anschaffen, um das Potenzial auszuloten.

Infos zu Celluon Magic Cube – auch für PCs!

Infos zu Celluon evoMouse:

Wider Erwarten ist das Thema „Gestenbasiertes Lernen“ übrigens mein persönlicher Favorit bei Opco12 geworden. Dazu hat sicherlich auch beigetragen, dass ich am 25.06.12 Fachforum Gestenbasierte Anwendungen in Bildungsprozessen in Frankfurt besuchen konnte.

Hier mein persönliches Highlight aus dem Fachforum: Simone: Das virtuelle Kind

Dr. Kai Sostmann, Kinderarzt, Charite Berlin, stellte die computersimulierte Patientin Simone vor. Die schwerkranke Simone „liegt“ auf einem Tisch, einem überdimensionalen Ipad und wartet darauf, dass Medizinstudenten oder weiterbildungswillige Ärzte im Team die richtigen notfallmedizinischen Maßnahmen ergreifen. Neben Faktenwissen vermittelt dieses Training vor allem auch Teamkompetenz.

Hier findet sich eine kleine Demonstration

Die Vortragsfolien von Dr. Sostmann werden hier demnächst zu finden sein.

Ich könnte mir vorstellen, dass ähnliche Szenarien auch für Trainings von Pflegepersonal in absehbarer Zeit Realität werden könnten. Damit wäre auch ein Einzug solcher Anwendungen in den (beruflichen) Schulen sicherlich im Bereich des möglichen.

Gesamtfazit:

Die Maus könnte schon bald auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten kommen :-).

Persönliche Schlussbilanz Learning Analytics (LA)

Die 2 Wochen LA in Opco haben mir sehr viel Neues gebracht:

LA befindet sich eher noch in den Kinderschuhen. Der von Martin Ebner vorgestellte 1X1-Trainer lässt erahnen wo der Weg mit LA vielleicht einmal hingehen könnte – auch mit komplexeren Themen.

Meine Schüler und Schülerinnen bewegen sich zumindest derzeit „schulisch“ eher nicht auf „Datenautobahnen“, wo jede Menge Daten automatisch anfallen, erfasst und analysiert werden würden. Selbst wenn sie sich in unserer Lernplattform bewegen, die ich immer mal wieder mit ihnen nutze , könnte ich als „normaler“ Lehrer (und als Nicht-Admin) nur bedingt die erfassten Daten sehen, welche Lernangebote sie wahrgenommen haben, welche Lernwege eingeschlagen wurden und wo ggf. Probleme entstanden sind usw..

Gleiches gilt auch für meine Lehrerfortbildungen, die, im Gegensatz zu meinem Unterricht, fast ausschließlich auf Lernplattformen stattfinden. Auch hier habe ich keinen Zugriff auf die durch das LMS erfassten Daten, sondern muss mich auf mein Bauchgefühl verlassen, das durchaus in der Lage ist, Nutzer zu identifizieren, die Probleme haben, sich ausklinken usw.

Auch wenn der Horizon Report für LA einen Zeithorizont von zwei bis drei Jahren angibt, bin ich sicherlich kein Prophet, wenn ich behaupte, dass LA in meinem beruflichen Umfeld (Berufliches Schulwesen und Lehrerfortbildung in Ba-Wü) so schnell nicht kommen wird. Ob ich dies positiv oder negativ sehen soll? Ich bin immer noch unentschlossen. LA hat schon Potenzial, aber ….

Learning Analytics (LA) und gezielte Werbung im Internet – ein Gegensatz?

In der FAZ vom Freitag 15.06.12 habe ich (in der Printversion ;-)) einen Artikel über gezielte Werbung im Internet entdeckt, der wie folgt beginnt:

„Gezielte Werbung im Netz richtet sich nach den Interessen des einzelnen Nutzers. Und bald wohl auch nach dessen Laune, wie Modelle von Microsoft und Facebook zeigen.“ Dabei viel mir Opco und Learning Analytics (LA) ein.

In diesem Artikel wird u.a. aus einem Patentantrag von Microsoft berichtet, indem anhand eines fiktiven Jungen namens Tom aufgezeigt wird, was in dessen Tag alles schief geht, er entsprechend schlechte Laune hat und wie mit gezielter Werbung darauf regiert werden kann. Informationen, die der Junge über Internet, Chat und Mail preisgibt, sind Grundlage für diese gezielte Werbung – beipielsweise für konzentratiosnfördernde Mittel (morgens für den anstehenden Test in der Schule), nachmittags Angebote für die Zerstreuung – beispielsweise ein Videospiel.  Das –Videospiel hat allerdings noch eine weitere Bedeutung: Microsoft hätte damit die Möglichkeit Toms Mimik und Gestik auszuwerten.

Letztendlich möchte LA auch nichts anderes als die Werbung, nämlich passgenaue Lernangebote machen, die den Lerner mit Angeboten dort unterstützen, wo er es braucht und wo ggf. seine Interessen liegen.

Rein technisch gesehen, dürften die Unterschiede bei den Algorithmen bei der Werbung bzw. LA nicht so groß sein….

Wer sich für den FAZ-Artikel interessiert, findet ihn auch online:

Wollten Sie nicht diesen Flug buchen?

Learning Analytics – eine kurze Zwischenbilanz

Es ist für mich schwierig, bei dem Thema Learning Analytics wenigstens eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

Das Problem des Datenschutzes kommt hier in Opco immer wieder zum Tragen. Ich habe mir hierzu noch keine abschließende Meinung gebildet. Aber es ist mit Sicherheit zu kruz gedackt, LA nur auf Datenschutz zu reduzieren.

Was man vorhandenen Daten alles machen könnte, zeigt zwar gerade außerhalb des Bildungsbereiches die Diskussion über die Schufa, die Facebook-Daten ggf. zur Prüfung von Kreditwürdigkeit heranziehen wollte und deshalb ein Forschungsprojekt mit dem Potsdamer Hasso-Plattner-Institut durchführen wollte. Aufgrund massiver Kritik aus Kreisen der Datenschützer hat das Hasso-Plattner-Institut das Projekt aufgekündigt.

Potenzial hätte LA natürlich schon. Wer würde nicht gerne als Lerner wissen, wo er gerade steht, wo andere (auch) Schwierigkeiten hatten, usw.?

Als Lehrerder hätte man Überblick über Stolpersteine im eigenen Lernarrangement und die Möglichkeit, dieses zu optimieren usw.

Das „einfache“ Beispiel von Martin Ebner aus dem Grundschulbereich hat mögliches Potenzial aufgezeigt. Es bleibt die Frage, wann LA bei komplexeren Themen oberhalb der Grundschule, also beispielsweise in der gymnasialen Oberstufe, in der Hochschule oder in der Weiterbildung ankommen wird?

Learning Analytics – Fragen über Fragen zu Beginn

Learning Analytics – auch für mich ein völlig unbekanntes Feld und vieles liegt noch im Dunkeln.

Im Dunkeln

Nach der ersten Beschäftigung mit etwas Literatur tun sich für mich zunächst einmal Fragen auf:

Was würden Learning Analytics für mich als Lehrerende bedeuten?

  • Bessere / mehr Unterstützung der Lernprozesse bei „Wackelkandiaten“ und für die vielen  anderen Lernenden auch?
  • Welcher (zusätzliche) Arbeitsaufwand käme auf mich zu?
  • Wie schwierig oder einfach sind die Tools zu bedienen, die für die Analyse der Lernprozesse notwendig sind?
  • Wie treffsicher sind die Instrumente (Wird jemand im 1. Semester bereits „abgestempelt“: Du schaffst es ja doch nie?)
  • Welchen „Preis“ bezahle ich als Lehrende?
  • Welche Daten sind erforderlich und woher kommen sie? Was meint der deutsche Datenschutz dazu?
  • Muss ich ständig alles in meiner Lehre anpassen?

Was könnten Learning Analytics für Lernende bedeuten?

  • Entsteht der gläserne Lerner?
  • Wollen Lernende überhaupt die ständige Protokollierung ihrer Aktivitäten und wenn ja, für welchen Preis?
  • Ist es eine „Versicherung“ gegen Misserfolg, wenn man den „Ratschlägen“ folgt?
  • Ist „Nichtstun“ noch „erlaubt“?
    Wer nicht lernen / denken will

Kein anderes Thema bei Opco12 hat bei mir bisher so viele Fragen gleich im Vorfeld aufgeworfen. Umso mehr freue ich mich auf das Online-Event am 05.06.12 mit Martin Ebner.

Exzessiver oder pathologischer Computerspiel- und Internetgebrauch

Heute veröffentlichte die Drogenbeauftrage der Bundesregierung den Drogen- und Suchtbericht 2012 und in ihrer Pressemitteilung heißt es:

„Zunehmend verbreitet ist auch der exzessive oder pathologische Computerspiel und Internetgebrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Etwa 250.000 der 14- bis 24- Jährigen gelten als internetabhängig, 1,4 Mio. als problematische Internetnutzer.“

In der auch heute veröffentlichten Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik  wird die Anerkennung von Online-/Mediensucht als eigenständiges Krankheitsbild als Ziel angegeben.

Genaue Daten zu Computerspiel- und Internetsucht gibt es noch nicht, Forschungsprojekte laufen mittlerweile.

Sollte auf diesem „Sucht-“ Hintergrund gamebasiertes Lernen überhaupt in den Fokus von Lehrenden rücken?!?

Gamebasiertes Lernen in den 90-er Jahren

Spielfiguren am PC

Dem heute beginnenden Thema in Opco12 „Game-basiertes Lernen“ stehe ich einigermaßen kritisch gegenüber. Das finde ich selbst erstaunlich, weil ich eigentlich sehr gerne spiele und im Unterricht auch schon Computerspiele eingesetzt habe. Letzteres ist aber schon „ewig“ her. Es muss wohl in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts gewesen.

Im Gemeinschaftskundeunterricht oder Wirtschaftslehreuntericht habe ich über ein paar Jahre hinweg Ökolopoly / Ecopolicy ausprobiert. Ich erinnere mich nur noch dunkel daran. Die Zielsetzung ist mir auch völlig entfallen (ok, man wird halt älter ;)).

Was mir aber sehr gut im Gedächtnis geblieben ist, ist die Herangehensweise einiger Schüler: Sie haben „gezockt“ und dies auch ganz offen zugegeben. Interessanter Weise hatten diese Schüler meist die besten Spielergebnisse. Im Gegensatz dazu war die Herangehensweise meiner Schülerinnen völlig anders, Sie haben versucht, durch logische Überlegungen und Diskussionen ihre Entscheidungen herbeizuführen – und haben deutlich schlechtere Ergebnisse erzielt, was sie zum Teil sehr geärgert hat.

Jedenfalls haben wir in der Schule im Unterricht gespielt – zeitlich begrenzt durch den Stundenlauf. Heute sähe dies ganz anders aus: Sollte ich beispielsweise Ikarim einsetzen, dann könnten meine SchülerInnen auch zuhause „weiterspielend lernen“. Was würden sie lernen und / oder was wollten sie lernen und wie lange?

Etwas erschreckend fand ich im Horizon Report 2012, S. 23, die Aussage von Constance Steinkuehler, dass der durchschnittliche MMOG-Spieler zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche mit der Online-Recherche rund um sein Spiel verbringt. Ist dies nun wünschenswert oder nicht?

Faszinierend finde ich, dass es Oecopolicy immer noch gibt und sogar für Schüler Wettbewerbe stattfinden. Hier ein Video zu Oecopolicy, in dem dieses Spiel u.a. von Jugendlichen sehr positiv beurteilt wird.

Ich bin gespannt, welche Erkenntnisse mir die nächsten beiden Opco-Wochen zu gamebasierten Lernen bringen werden und ob ich meine Haltung dem gamebasierten Lernen gegenüber ändern werde. Vielleicht sollte in meinem Unterricht doch wieder mehr gespielt werden.

BYOD und Cloud Computing an (beruflichen) Schulen

BYOD (= bring your own device) ist an Schulen derzeit sicherlich nicht sehr stark vertreten. Einerseits verbieten die jeweiligen Hausordnungen der Schulen die Verwendung eigener„elektronischer“ Geräte. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, endet BYOD spätestens am Netzwerkbetreuer der Schule, wenn die eigenen Devices von Schülern oder Lehren Zugriff auf das schulische Netzwerk haben sollen, um beispielsweise die Internetverbindung hierüber zu nutzen oder auf gemeinsame Daten, die im Schulnetz abgelegt sind, zuzugreifen. U.a. Sicherheitsaspekte und rechtliche Bedenken sind hier sicherlich aus Sicht der Netzwerkbetreuer durchaus angebracht.

Ein Lösungsansatz, um BYOD zu realisieren, den ich bei den Diskussionen in Opco12 bisher vermisst habe, könnte Cloud Computing sein:

Mit (fast) jeder Hardware, ob privat oder schulisch, die einen Internetzugang hat, kann auf die Cloud zugegriffen werden.

In der Cloud werden nicht nur die erstellten Dateien abgelegt, sondern viel wichtiger, die User haben Zugriff auf Software, die dann nicht auf dem eigenen Rechner installiert ist, sondern über die Cloud zur Verfügung gestellt wird. Damit wäre es egal, wie „gut“ oder „schlecht“ das jeweilige Endgerät von Schülern oder Lehrern ist, denn die Rechenleistung findet in der Cloud statt. Auch das, insbesondere an Schulen leidige Thema Viren im Schulnetz, wäre vom Tisch. Kein USB-Stick müsste mehr benutzt werden – alles in der Cloud. Da die Nutzung der Software in der Cloud und die Ablage von Dateien User bezogen ist und lediglich ein Gerät mit Internetverbindung erfordert, kann auch außerhalb der Schule auf die dort verwendete Software zurückgegriffen werden. Für Schüler und Lehrer an beruflichen Schulen könnte dies ein immenser Vorteil sein, wenn die Software, die im Unterricht verwendet wird, auch im Privatbereich über die Internetverbindung, ohne Installation und Softwarekosten, genutzt werden könnte.

Technische Konzepte für Cloud Computing für Schulen sind am entstehen bzw. teilweise bereits schon realisiert  – allerdings scheinen Tablets noch Probleme zu machen. Vielleicht könnte die Zukunft nicht nur heißen:

BRING YOD, sondern USE YOD mit dem, was die Schule dir zur Verfügung stellt, wo immer und wann immer du auch willst – sofern dir eine Internetverbindung zur Verfügung steht.

Wenn ich mich recht erinnere, war Cloud Computing schon vor ein paar Jahren ein Thema im Horzion Report. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob sich Cloud Computing, das den Schulträgern finanziell einiges abverlangen wird, in den nächsten Jahren an Schulen mehr Verbreitung finden wird und sich durchsetzen kann?